Taucha (Männer)

Zusätzlich zum bereits bestehenden Frauenaußenlager Taucha richtete die SS im Oktober 1944 ein Männerlager in Taucha ein. Die zeitweise bis zu 800 Häftlinge, darunter kurzzeitig etwa 500 dänische Polizisten, wurden zur Fertigung von Panzerfäusten und Granaten im Rüstungswerk der Hugo Schneider AG (HASAG) eingesetzt. Drei Männer kamen bis zur Räumung des Lagers ums Leben. Spätestens am 13. oder 14. April trieb die SS die verbliebenen Frauen und Männer der beiden Außenlager in Taucha auf einen Todesmarsch. 80 schwerkranke Menschen blieben in Taucha zurück. Nachdem sich der Volksturm am 18. April abgesetzt hatte, versteckten sich die Zurückgebliebenen in einem angrenzenden Wald, wo sie am folgenden Tag von der US-Armee befreit wurden.

Historische Situation

Gegründet

10. Oktober 1944

Aufgelöst

18. April 1945

Häftlinge

Männerlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

800

Gedenkzeichen

Anmerkungen zum Standort

Am ehemaligen Standort erinnert heute nichts mehr an die Existenz des Außenlagers. Am „Kleinen Schöppenteich“ in Taucha wurde 1963 ein Ehrenmal eingeweiht, das unter anderem den Opfern des Außenlagers gewidmet ist.

SAfT e.V. - Solidarische Alternativen für Taucha

SAfT e. V. ist ein kleiner Verein, der sich seit 2019 für eine solidarische Gesellschaft und ein vielfältiges Miteinander in Taucha einsetzt. Er entstand auch als Reaktion auf eine zunehmende rechte Raumnahme und NS-verherrlichende Botschaften im Stadtbild von Taucha. Von Beginn an widmen sich die Aktiven auch dem Feld der lokalen Gedenk- und Erinnerungskultur. Dabei wurden immer wieder Anknüpfungspunkte an bereits existierende Formate und zu bereits Engagierten gesucht. Ein einschneidendes Erlebnis für schon länger in Taucha Engagierte war der Besuch Tauchas von einer kleinen Gruppe Überlebender im Jahr 1994, welche im KZ-Außenlager inhaftiert war.

Der Verein konnte mit verschiedenen Veranstaltungsformaten wie Lesungen, Rundgängen und Präsentationen zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit stets ein interessiertes Publikum erreichen.

Durch das Engagement von SAfT e. V. wurde das Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers als archäologisches Kulturdenkmal erfasst. Des Weiteren konnte mit Hilfe von Unterstützerinnen und Unterstützern Denkmalschutz für das ehemalige Gefolgschaftshaus des Tauchaer HASAG-Werkes erwirkt werden. Mit verschiedenen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern initiiert der Verein Lesungen, Vorträge, Ausstellungen und sucht stets den Kontakt zu anderen lokal Engagierten. Daneben wird auch die öffentliche Diskussion von Erinnerungsformaten angestrebt. Aus dem Verein gab es beispielsweise einen Debattenbeitrag, der deutliche Kritik an der Verlegung der Stolperschwelle am Tauchaer Marktplatz formulierte.

Eine Radtour der Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig macht regelmäßig am ehemaligen KZ-Außenlager halt. Das Gelände diente zu DDR-Zeiten als Kohlelagerplatz und wurde nach 1990 mit einer Solaranlage bebaut.

Autor*in: Kristian Luda

Kontakt

SAfT e.V. - Solidarische Alternativen für Taucha Am Ärtzehaus 9 04425 Taucha

info@saft-taucha.org

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