Dessau
Das Außenlager bei der Dessauer Waggonfabrik AG wurde im Oktober 1944 mit bis zu 350 Männern eingerichtet. Die überwiegend aus der Sowjetunion stammenden Häftlinge mussten bei Waggonreparaturen sowie der Tarnung von Kesselwaggons arbeiten. Bis Ende März 1945 wurden sechs Todesfälle gemeldet, die Leichen wurden im Krematorium in Dessau eingeäschert. In der ersten Aprilhälfte 1945 trieb die SS die Häftlinge zu Fuß zur Elbe, von wo sie mit einem Schiff in die Tschechoslowakei gebracht wurden. Am 8. Mai 1945 setzten sich die SS-Männer kurz vor dem Eintreffen sowjetischer Truppen ab. Wie viele Häftlinge während des Transports starben, ist nicht bekannt.
Historische Situation
Gegründet
23. Oktober 1944
Aufgelöst
Anfang April 1945
Schon seit 1942 gab es auf dem Werksgelände ein Lager für sogenannte „Ostarbeiter“, ab spätestens Sommer 1944 zudem eine Unterkunft für Kriegsgefangene. Ab dem 23. Oktober 1944 wurden auch KZ-Häftlinge zur Zwangsarbeit eingesetzt.
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
350
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Gedenktafel, Mahnmal
Anmerkungen zum Standort
Mit der deutschen Wiedervereinigung wurde der „VEB Waggonbau Dessau“ aufgelöst. Auf dem Teil des ehemaligen Waggonbaugeländes, auf welchem die „Große Halle“ steht, wurde die Nachfolgegesellschaft „Fahrzeugtechnik Dessau GmbH“ gegründet. Nach mehreren Insolvenzen wurde das Gelände im Oktober 2023 an einen privaten Investor verkauft. In der ehemaligen Schmiede des Waggonbaus befindet sich heute das Triebwagenmuseum Dessau e. V.
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