Schlieben-Berga (Männer)
Das Männeraußenlager Schlieben-Berga wurde im August 1944, neben dem bereits bestehenden Frauenaußenlager Schlieben, als eines von sieben Außenlagern der Hugo Schneider AG (HASAG) eingerichtet. Die höchste Belegungsstärke betrug 2.559 Häftlinge, insgesamt durchliefen über 3.000 Häftlinge das Lager. Bei einer Explosion in der Gießerei in der Nacht vom 11. zum 12. Oktober 1944 starben 96 Häftlinge, insgesamt kamen im Lager 204 Männer ums Leben. Gegen Kriegsende wurden die Häftlinge in zwei Transportzügen nach Theresienstadt deportiert. Weitere sterbenskranke Männer und Frauen blieben in den beiden Lagern in Schlieben zurück und wurden am 21. April 1945 von der Roten Armee befreit.
Historische Situation
Gegründet
14. August 1944
Aufgelöst
21. April 1945
Der erste Männertransport traf am 14. August 1944 ein. Wie das bereits bestehende Frauenlager, war auch das Männerlager zunächst dem KZ Ravensbrück zugeordnet. Ab 1. September 1944 unterstand es als Außenlager der Verwaltung des KZ Buchenwald.
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
3.000
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Ausstellung, Gedenktafel, Informationstafel, Mahnmal
Verein Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga e.V.
Mit der am 30.04.2011 erfolgten Eröffnung eines Informations- und Begegnungszentrums (Gedenkstätte) in der so genannten „Grünen Baracke“ (auch als „Blaue Baracke“ bezeichnet aufgrund des durch Witterungseinflüsse seit langem blau verfärbten ursprünglich grünen Anstrichs), der ehemaligen Wach- und Bürobaracke der HASAG-Panzerfaustfabrik, wurde ein bedeutender Schritt zu einem authentischen Lern- und Erinnerungsort getan, in dem die Verbrechen der NS-Diktatur vor Ort aufgearbeitet und öffentlich gemacht werden. In der Gedenkstätte ist eine Dauerausstellung mit Schautafeln, Einzeldokumentationen, Fotos und Ausstellungsgegenständen zur Geschichte des Lagers und der Panzerfaustfabrik gestaltet. Ergänzt wird dies durch die Herrichtung einzelner Bunker und Gebäudeteile (Ruinen) der ehemaligen Panzerfaustfabrik im Gelände, die im Rahmen von Führungen den Besucherinnen und Besuchern zugänglich gemacht werden. Auf dem Gelände der heutigen KZ-Gedenkstätte wird die Geschichte der dort inhaftierten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter dokumentiert und in pädagogischen Angeboten vermittelt.
Seit Bestehen der Gedenkstätte wurden mit Fördermitteln und großem ehrenamtlichen Engagement sowohl eine ansprechende ständige Ausstellung geschaffen als auch das Gedenkstättengebäude und dessen Umfeld instandgesetzt bzw. gestaltet sowie ein Wegeleitsystem für die Objekte im Außengelände geschaffen. So wurde ein dem Ziel der Gedenkstättenarbeit würdiger/ansprechender „Rahmen“ geschaffen. Für die Ehrung der in Schlieben umgekommenen Häftlinge wurden 2016 ein Gedenkstein für alle Opfergruppen des KZ-Außenlagers (Jüdinnen und Juden, Sinti*zze und Rom*nja, Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer und sonstige) und 2022 zwei Gedenktafeln mit den Namen der 222 in Schlieben umgekommenen Häftlinge an der Gedenkstätte eingeweiht. So wurde neben dem OdF-Denkmal auf dem 2 km entfernten Friedhof in Schlieben ein würdiger Gedenkort unmittelbar an der Gedenkstätte angelegt, der von Überlebenden, Hinterbliebenen und Besucherinnen und Besuchern der Gedenkstätte genutzt wird. Im April 2022 wurde auch ein von einem Laienkünstler geschaffenes Bronzerelief am Gedenkstättengebäude angebracht, das auf eindrückliche Weise das Leiden der Häftlinge in der Panzerfaustproduktion darstellt und eine wertvolle – weil künstlerisch gestaltete – Ergänzung der Ausstellung bzw. eine Aufwertung der Gedenkstätte und ihrer Wirkung in der Öffentlichkeit darstellt.
Autor*in: Dr. Jürgen Wolf (Verein Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga e.V.)
Kontakt
Verein Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga e.V. Straße der Arbeit 41 04936 Schlieben
035361 890761 info@schlieben-berga.de www.schlieben-berga.de
Hinweise zum Besuch
Öffnungszeiten der KZ-Gedenkstätte: jeden ersten Samstag im Monat von 14:00 bis 17:00 Uhr
Besuche der Gedenkstätte außerhalb der Öffnungszeiten sowie kleine und große Führungen (Dauer ca. 1,5 bis 2,5 Std.) durch das Außengelände finden auf Anfrage statt.
Anfragen bzw. Voranmeldungen richten Sie bitte an:
E-Mail: info@schlieben-berga.de
oder
Nancy Heinze: 0172 3765341, Marita Dannhauer: 035361 80426, Dr. Jürgen Wolf: 035361 / 416
Die Gedenkstätte liegt im Ortsteil Berga, ca. 2 km vom Stadtzentrum Schlieben entfernt. Im Ort ist der Weg zur Gedenkstätte ausgeschildert. Bei der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bitten wir Sie, die App der Deutschen Bahn zu nutzen, um die günstigste Verkehrsverbindung zu ermitteln: Per Bahn Anreise bis Herzberg/Elster oder Doberlug-Kirchhain, dann Weiterfahrt per Bus bis Schlieben (Haltestelle – Berga Krassiger Straße oder Naundorfer Straße oder Schule). Bis zur Gedenkstätte sind es von der Haltestelle Schule ca. 2 km, von der Haltestelle Berga Krassiger Straße und Naundorfer Straße je ca. 500 m Fußweg.
Aktuelle Dokumente
Weiterführende Informationen
Verein Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga e.V.: Das vergessene Lager … unvergessen! KZ-Außenlager Schlieben, Kommando HASAG (20 S.), o.D.
Kontakt zum Förderverein Buchenwald
Für Fragen, Hinweise oder Ergänzungen wenden Sie sich bitte an:
Förderverein Buchenwald
Schwanseestraße 143
99427 Weimar
03643 747540
info@foerderverein-buchenwald.de
oder nutzen Sie unser Kontaktformular.