Bad Salzungen („Heinrich Kalb“)

Das Männeraußenlager „Heinrich Kalb“ wurde im Januar 1945 im Wald außerhalb des Dorfes Springen, in der Nähe von Bad Salzungen, eingerichtet. Bis zu 500 Häftlinge mussten im Kalischacht „Heiligenroda III“ Bau- und Planierarbeiten für die Untertageverlegung der Produktionsstätten der BMW Flugmotorenfabrik verrichten. Die Männer wurden in etwa 300 Meter Tiefe in einem Stollen untergebracht; dort herrschten katastrophale hygienische und sanitäre Bedingungen, an deren Folge nachweislich mindestens neun Personen starben. Ende März 1945 befanden sich 482 Männer im Außenlager. Am 6. April erreichten 389 Männer das KZ Buchenwald. Wie vielen der restlichen 93 Häftlinge auf dem Todesmarsch die Flucht geglückt ist und wie viele erschossen wurden, ist bisher nicht eindeutig geklärt.

Historische Situation

Gegründet

20. Januar 1945

Aufgelöst

Ende März 1945

Häftlinge

Männerlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

500

Gedenkzeichen

Art des/der Gedenkzeichen(s)

Mahnmal

Anmerkungen zum Standort

Auf dem Friedhof von Frauensee richtete die sowjetische Militäradministration 1946 ein Gräberfeld ein, auf dem insgesamt 15 Soldaten, Zwangsarbeiter*innen und deren Kinder liegen. Gegenüber dem Schloss in Frauensee wurde 1985 ein Mahnmal errichtet. Am ehemaligen Schacht Heiligenroda (Schacht 1) in Springen wurde 1975 ein Denkmal, bestehend aus einem großen Findling mit einem roten Dreieck, aufgestellt. Die dazugehörige Gedenktafel wurde mehrmals entwendet. 2020 brachte der örtliche „Verein der Verfolgten des Naziregimes“ eine neue Tafel mit der Aufschrift „1944-1945 KZ-Außenlager Buchenwald“ an, finanziert aus eigenen Mitteln und Spenden.

Aktuelle Dokumente

Das 1985 in Frauensee errichtete Mahnmal (Foto: Bernd Leser).
Das 1985 in Frauensee errichtete Mahnmal (Foto: Bernd Leser).
Der 1975 am Schacht aufgestellte Findling mit der erneuerten Gedenktafel (Foto: Bernd Leser).
Der 1975 am Schacht aufgestellte Findling mit der erneuerten Gedenktafel (Foto: Bernd Leser).
Das 1946 eingerichtete Gräberfeld auf dem Friedhof von Frauensee (Foto: Bernd Leser).
Das 1946 eingerichtete Gräberfeld auf dem Friedhof von Frauensee (Foto: Bernd Leser).

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