Flößberg
Das Männeraußenlager in Flößberg wurde im Dezember 1944 als letztes der sieben KZ-Außenlager der Hugo-Schneider-AG (HASAG) eingerichtet. Über 80 Prozent der 1.900 Häftlinge waren europäische Juden, hauptsächlich aus Polen und Ungarn. Damit galt Flößberg in der Buchenwalder Verwaltung als „jüdisches Außenkommando“. Bis Anfang April wurden 187 Tote gemeldet. In vier sog. Invalidentransporten wurden über 570 Männer nach Buchenwald zurückgeschickt, wovon über 260 Menschen im Stammlager verstarben. Mitte April 1945 wurden 1.144 verbliebene Häftlinge mit der Bahn in Richtung des KZ Mauthausen deportiert. Überlebende berichteten von Hunderten Toten, die während der Fahrt verhungerten, verdursteten oder von der SS erschossen wurden.
Historische Situation
Gegründet
28. Dezember 1944
Aufgelöst
13. April 1945
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
1.900
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Gedenktafel, Mahnmal
Anmerkungen zum Standort
Das Werksgelände wurde nach Kriegsende von der Bevölkerung geplündert. Das Lager und die Massengräber im Wald wurden im April 1945 von amerikanischen Truppen entdeckt und untersucht. 98 Opfer wurden Ende April nach Borna auf den heutigen Ehrenhain an der Lobstädter Straße umgebettet. Für weitere 38 Opfer, die im Sommer 1945 entdeckt wurden, wurde an Ort und Stelle im Wald ein Friedhof angelegt. Beide Begräbnisstätten wurden während der DDR-Zeit im Sinne der Erinnerung an den „antifaschistischen Widerstandskampf“ umgedeutet, unter anderem wurden vorhandene Davidssterne durch die roten Winkel der politischen Gefangenen ersetzt. Nach 1989 wurde die Umzäunung des Friedhofs komplett entfernt, sodass nur der Gedenkstein und das Tor des Friedhofs an den Ort erinnerten. Ende 2012 wurde der Friedhof neu gestaltet und im August 2013 geweiht. Das Mahnmal in Flößberg besteht aus einem Namensverzeichnis der vor Ort Verstorbenen, angedeuteten Grabsteinen, teilweise mit Stern, und einem VVN-Stein mit Erläuterung. Der Ehrenhain in Borna wurde bereits 2008 neu gestaltet und geweiht. Er besteht ebenfalls aus einem Namensverzeichnis der in Flößberg Verstorbenen, angedeuteten Grabsteinen, teilweise mit Stern, und einer VVN-Stele mit Erläuterung.
Geschichtswerkstatt Flößberg e.V.
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