Berga/Elster
Unter der Bezeichnung „Schwalbe V“ richtete die SS im Herbst 1944 das Männeraußenlager in Berga/Elster ein. Insgesamt mehr als 3.370 überwiegend jüdische Häftlinge mussten dort im Auftrag der Braunkohle-Benzin AG (BRABAG) Zwangsarbeit leisten. Belegt ist, dass mindestens 315 Männer in Berga ums Leben kamen. 1.760 Männer befanden sich noch am 11. April 1945 im Außenlager. Die SS sonderte 320 Kranke aus und deportierte sie per Viehwaggon in das KZ Dachau. Am Folgetag zwang die SS die verbliebenen Männer zu einem Todesmarsch in Richtung Tschechoslowakei, wo am 30. April 1945 eine Gruppe von etwa 150 jüdischen Häftlingen Theresienstadt erreichte. Wie viele Menschen auf dem Räumungstransport und den Todesmärschen ermordet wurden, ist nicht bekannt.
Historische Situation
Gegründet
13. November 1944
Aufgelöst
12. April 1945
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
3.370
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Gedenktafel, Mahnmal
Anmerkungen zum Standort
Es sind noch Reste von Baracken und Fundamente zu sehen. Das Betreten der damaligen Baustelle Schwalbe V (zugesprengte Stollen) ist streng verboten und wird bei Zuwiderhandlungen strafrechtlich verfolgt. Vor Ort gibt es drei Gedenkzeichen. Am ehemaligen Standort der Unterbringung der Häftlinge sowie im Stadtkern (am Brandplatz) sind Gedenktafeln angebracht. Das Massengrab der über 300 zu Tode gekommenen Häftlinge wurde mit Unterstützung der Start Berga/Elster, des Volksbundes und der Firma Eggert aus Nordrhein-Westfalen zur Grabstätte und zum Mahnmal umgestaltet und 2020 mit einem jüdischen Ritual eingeweiht.
Heimat- und Geschichtsverein Berga/Elster
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