Buchenwald

Das KZ Buchenwald wurde im Sommer 1937 auf dem Ettersberg bei Weimar durch Zwangsarbeit errichtet. Ab Ende 1940 entwickelte es sich zum Hauptlager eines weit verzweigten Systems mit schließlich 141 Außenlagern. Insgesamt durchliefen rund 277.800 Menschen aus über 50 Ländern das Lager, darunter etwa 249.570 Männer und 28.230 Frauen; der Belegungshöchststand lag im Februar 1945 bei 112.050 Häftlingen. Die Gefangenen mussten Zwangsarbeit leisten, u. a. für Unternehmen wie Junkers, Krupp, BMW, HASAG, Rheinmetall, IG Farben oder den Bochumer Verein sowie in SS-Betrieben und auf Baustellen. Hunger, Krankheiten, fehlende medizinische Versorgung, katastrophale hygienische Bedingungen, Terror und gezielte Mordaktionen kosteten etwa 56.000 Menschen das Leben. Anfang April 1945 zwang die SS etwa 28.000 Häftlinge auf Todesmärsche; am 11. April 1945 befreite die US-Armee die verbliebenen rund 21.000 Häftlinge.

Historische Situation

Gegründet

15. Juli 1937

Aufgelöst

11. April 1945

Häftlinge

Männerlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

277.800

Gedenkzeichen

Art des/der Gedenkzeichen(s)

Ausstellung, Gedenktafel, Informationstafel, Mahnmal

Anmerkungen zum Standort

Die Gedenkstätte Buchenwald ist Teil der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

Gedenkstätte Buchenwald

Die Gedenkstätte Buchenwald befindet sich am Ort des gleichnamigen Konzentrationslagers etwa zehn Kilometer nordwestlich vom Stadtzentrum auf dem Ettersberg, dem Hausberg Weimars.  Hier mussten im Sommer 1937 Häftlinge damit beginnen, das Konzentrationslager Buchenwald zu errichten. Heute ist Buchenwald ein Sinnbild für die radikale Konsequenz, mit der Menschen im Nationalsozialismus aus der Gesellschaft ausgegrenzt wurden. Von 1945 bis 1950 nutzte die sowjetische Besatzungsmacht das Gelände für ein Speziallager. Nach 1958 baute die DDR die „Nationale Mahn- und Gedenkstätte“ zur größten deutschen KZ-Gedenkstätte aus. Sie wurde nach 1990 neu konzipiert und für die Erinnerung an das Schicksal weiterer Opfergruppen geöffnet. Neue Ausstellungen ermöglichen heute den Blick auf die Kontexte der Verbrechen.

Die Geschichte von Buchenwald und Weimar bietet für die Auseinandersetzung mit Gesellschaftsverbrechen einen einmaligen historischen Resonanzboden. Wie nirgendwo sonst ergeben sich Zugänge zur Vergangenheit, die sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen menschlichen Handelns erfahrbar werden lassen.

Autor*in: Gedenkstätte Buchenwald

Kontakt

Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora 99427 Weimar

+49 (0)3643 430 0 information@buchenwald.de

Hinweise zum Besuch

Öffnungszeiten:

April – Oktober: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen
10 – 18 Uhr (letzter Einlass 17:30 Uhr)

November – März: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen
10 – 16 Uhr (letzter Einlass 15:30 Uhr)

Montags, am 24. bis 26. Dezember, 31. Dezember und 1. Januar geschlossen.

Anfahrt: Navigationsziel: (Gedenkstätte) Buchenwald, Weimar
ÖPNV: Die Gedenkstätte ist vom Goetheplatz in Weimar und vom Hauptbahnhof aus mehrmals täglich mit der Buslinie 6 in Richtung Buchenwald zu erreichen. Die Fahrzeit beträgt ca. 20 Minuten. Zusätzlich und am Wochenende ist die Gedenkstätte zudem mit der Buslinie 4 Richtung Ettersburg zu erreichen.

Förderverein Buchenwald e.V.

Der „Verein zur Förderung der Erinnerung an das Konzentrationslager Buchenwald e. V.“ wurde im Jahr 1996 gegründet. Wir unterstützten die Gedenkstätte sowie Organisationen überlebender Häftlinge auf vielerlei Weise. Zudem wirkten wir von Beginn an in die Gesellschaft hinein.

Eine unserer Hauptaufgaben war die Durchführung öffentlicher Rundgänge an der Gedenkstätte. In diesem Rahmen konnten wir über die Jahre tausende Besucherinnen und Besucher erreichen. Mit Jahresbeginn 2023 wurde die Durchführung von Rundgängen auf dem ehemaligen Lagergelände von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora übernommen. Im selben Jahr trat der alte Vorstand zurück, der den Förderverein über Jahre, teilweise seit seiner Gründung, tief geprägt und ihn mit großem Einsatz erfolgreich geleitet hatte.

Seitdem haben wir die Vereinsarbeit auf eine neue Basis gestellt und für die Zukunft ausgerichtet. Ein zentraler Tätigkeitsbereich ist weiterhin das 2008 gestartete Projekt „Buchenwald war überall“, in dem sich Gedenkstätten, lokale Initiativen und engagierte Einzelpersonen an Orten ehemaliger Außenlager vernetzen. Gemeinsam mit ihnen wollen wir uns für die Erhaltung des Gedenkens im gesamten ehemaligen Einflussbereich des KZ Buchenwald einsetzen, unter anderem bei einer jährlichen Tagung in Weimar.

Außerdem organisieren wir Vorträge, Buchvorstellungen und andere Veranstaltungen, teilweise in Kooperation mit der Gedenkstätte Buchenwald, dem Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus und anderen Einrichtungen. Besonders liegt uns die Vernetzung mit anderen demokratischen Initiativen in Weimar und darüber hinaus am Herzen.

Autor*in: János Varga

Aktuelle Dokumente

Hauptwachturm des ehemaligen KZ Buchenwald, 2025 © Henry Sowinski, Sammlung Gedenkstätte Buchenwald
Blick vom jüdischen Mahnmal über das ehemalige Lagergelände, 2025 © Henry Sowinski, Sammlung Gedenkstätte Buchenwald
Inschrift des Lagertors des ehemaligen KZ Buchenwald, 2025. © Henry Sowinski, Sammlung Gedenkstätte Buchenwald

Termine

Veranstaltungen der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora finden Sie unter:

https://www.buchenwald.de/besuch/veranstaltungen

Veranstaltungen des Fördervereins Buchenwald e. V. finden Sie unter:

https://www.aussenlager-buchenwald.de/tagungen.html

15. Netzwerktagung „Buchenwald war überall“

23. bis 25. Oktober 2026 in Weimar

Kontakt zum Förderverein Buchenwald

Für Fragen, Hinweise oder Ergänzungen wenden Sie sich bitte an:

Förderverein Buchenwald
Schwanseestraße 143
99427 Weimar

03643 747540
info@foerderverein-buchenwald.de

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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