Colditz
Das Männeraußenlager wurde Ende November 1944 im Auftrag der Hugo-Schneider AG eingerichtet. Bei den bis zu 641 Häftlingen handelte es sich fast ausschließlich um Juden aus Polen und Ungarn. Die Lagerverwaltung Buchenwalds führte Colditz als „jüdisches Außenkommando“. Mindestens 73 schwerkranke Männer ließ die SS zurück nach Buchenwald bringen. Belegt sind 21 Todesfälle vor Ort. Mit rund 800 bis 850 Häftlingen aus dem bereits aufgelösten Außenlager Jena wurden die Männer Mitte April auf einen Todesmarsch nach Theresienstadt getrieben. Dort kamen lediglich 399 Männer an. Das Schicksal der anderen ist ungeklärt.
Historische Situation
Gegründet
29. November 1944
Aufgelöst
14. April 1945
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
641
Gedenkzeichen
Anmerkungen zum Standort
Das Fabrikgelände wurde nach 1945 durch verschiedene Betriebe genutzt. Es ist heute Teil eines in Colditz ansässigen Unternehmens und nicht öffentlich zugänglich. Auf dem ehemaligen Lagergelände gibt es keine Gedenkzeichen. Der Begräbnisplatz an der Außenmauer des Friedhofs wurde 1945 in den Friedhof Colditz einbezogen. 1952 wurde ein Mahnmal für die „Opfer des Faschismus“, gekennzeichnet durch zwei rote Winkel, eingerichtet. Eine explizite Nennung der jüdischen Opfer fand nicht statt. In den 1990er Jahren begann auf Betreiben einiger Colditzer Bürger:innen, unter anderem der Initiative „Club Courage“, eine intensivere Aufarbeitung. Am Friedhof wurden Schilder mit den Namen der Opfer angebracht. 2007 wurde das Mahnmal nach einer Neugestaltung mit einem jüdischem Ritual geweiht.
„Club Courage“
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