Ellrich-Juliushütte
Im Außenlager Ellrich-Juliushütte mussten ab Mai 1944 bis zu 8.000 Männer auf Baustellen, viele davon in unterirdischen Stollen, und für lokale Unternehmen Zwangsarbeit leisten. Sie waren in halb verfallenen Gebäuden untergebracht, die zu zwei stillgelegten Gipsfabriken gehörten. Bis Oktober 1944 starben vor Ort mindestens 150 Menschen. Dann wurde das Lager dem KZ Mittelbau unterstellt. Die Todesrate stieg danach weiter an: Insgesamt kamen in dem ab Juni 1944 als „Mittelbau II“ bezeichneten Lager über 4.000 Häftlinge durch Hunger, Zwangsarbeit, Krankheiten und Misshandlungen ums Leben. Anfang April 1945 wurden die Überlebenden mit dem Zug in Richtung Bergen-Belsen und Sachsenhausen deportiert.
Historische Situation
Gegründet
1. Mai 1944
Aufgelöst
28. Oktober 1944
Das Lager wurde im Mai 1944 als Außenlager des KZ Buchenwald gegründet und im Oktober 1944 dem neu gegründeten KZ Mittelbau unterstellt. Fortan war es, teilweise auch als Lager „Mittelbau II“ geführt, mit bis zu 8.000 Häftlingen das größte Außenlager des KZ Mittelbau.
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
8.000
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Mahnmal
Anmerkungen zum Standort
Das Gelände des ehemaligen Außenlagers wurde nach Kriegsende durch die innerdeutsche Grenze geteilt. Fast alle Gebäude wurden im Zuge der Grenzsicherung zerstört, jedoch blieben zahlreiche Fundamente erhalten. Für Besucher*innen war das ehemalige Lagergelände bis 1989 kaum zugänglich. Seit den 1990er Jahren treibt das Projekt „Jugend für Dora“ die Ausgestaltung des Geländes als Gedenkort voran. Seit 2010 informieren Texttafeln, die von der Stadt Ellrich in Zusammenarbeit mit der französischen Commission Dora-Ellrich und der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora angebracht wurden, über das Geschehene. Derzeit wird eine Neugestaltung des Gedenkortes geplant, nachdem an den ehemaligen Standorten der Verbrennungsanlage und eines nahegelegenen Scheiterhaufenplatzes die sterblichen Überreste von mehr als 1.000 Häftlingen lokalisiert werden konnten. Die Grabstätten sollen kenntlich gemacht und das Gelände so gestaltet werden, dass eine historische und räumliche Orientierung entsprechend der Geschichte des Ortes ermöglicht wird. Hierfür setzt sich seit Anfang 2020 unter anderem die örtliche Initiative „Wir zeigen Gesicht“ ein.
„Gegen das Vergessen – Wir zeigen Gesicht“
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