Gießen
Für die Errichtung von Sanitätseinrichtungen für die „Sanitätsausbildungsabteilung der Waffen-SS“ in der Heil- und Pflegeanstalt Gießen verlegte die SS im März 1944 erstmals KZ-Häftlinge nach Gießen. Die Höchstbelegung von 80 Häftlingen wurde im Mai 1944 erreicht. Belegt ist ein Todesfall. Am 27. März 1945, einen Tag vor der Einnahme Gießens durch US-amerikanische Truppen, räumte die SS das Männeraußenlager und unter bislang ungeklärten Umständen wurden vermutlich 77 Männer in Richtung Hauptlager Buchenwald deportiert, wo am 3. April 1945 lediglich 22 Häftlinge eintrafen.
Historische Situation
Gegründet
22. März 1944
Aufgelöst
27. März 1945
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
80
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Ausstellung
Anmerkungen zum Standort
Das „Feste Haus“ wird noch heute von der forensischen Klinik Haina genutzt. In einem Gebäude der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt ist seit 1998 die Ausstellung „Vom Wert des Menschen. Die Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Gießen von 1911 bis 1945“ zu sehen. Darin wird vor allem die Einbindung der Anstalt in die NS-„Euthanasie“-Verbrechen thematisiert.
Psychiatriemuseum/Gedenkausstellung Gießen e.V.
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