Hadmersleben
Im März 1944 richtete die SS in Hadmersleben eine Produktionsstätte für Flugzeugteile ein, die Apparatebau GmbH Oschersleben (kurz AGO). Insgesamt 1.444 Männer mussten in einem stillgelegten Salzschacht Zwangsarbeit leisten. Mindestens 23 von ihnen starben auf Grund der menschenverachtenden Haftbedingungen oder wurden willkürlich hingerichtet. Weitere Todkranke wurden in das Hauptlager Buchenwald gebracht und gegen neue Häftlinge ausgetauscht. Im April 1945 trieb die SS die Überlebenden auf einen Todesmarsch: zu Fuß in südöstlicher Richtung über Dessau nach Coswig und von dort mit Schiffen über die Elbe in Richtung Tschechoslowakei. Erst am 8. Mai 1945 wurden die Männer bei Lovosice in der Tschechoslowakei von der Roten Armee befreit. Wie viele Männer auf dem Todesmarsch sowie auf den Schiffen, auf denen katastrophale Bedingungen herrschten, starben, ist nicht bekannt.
Historische Situation
Gegründet
13. März 1944
Aufgelöst
10. April 1945
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
1.444
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Gedenktafel, Mahnmal
Anmerkungen zum Standort
Die Kalischächte wurden nach Kriegsende geflutet, die Gebäude über Tage verfielen. Eine ehemalige Häftlingsbaracke am Rande des Sportplatzes wurde später wieder aufgebaut und vom ansässigen Sport- und Taubenzüchterverein genutzt. Auf dem ehemaligen Werksgelände sind noch Überreste der Salz-Schachtanlagen, Halden etc. sichtbar. Auf dem Friedhof Hadmersleben befindet sich ein Ehrenmal, das 1975 anlässlich des 30. Jahrestages der Befreiung errichtet wurde. Im selben Jahr ließ die Stadtverwaltung auf dem ehemaligen Appelplatz ein Mahnmal und eine Gedenktafel errichten.
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