Harzungen
Das Männeraußenlager Harzungen gehörte von April bis Ende Oktober 1944 zum KZ Buchenwald, danach wurde es dem KZ Mittelbau zugeordnet. Die Männer mussten Zwangsarbeit auf den Baustellen verschiedener Untertageverlagerungsvorhaben leisten, zumeist beim Stollenvortrieb. Zum Zeitpunkt der Übernahme durch das KZ Mittelbau waren etwas mehr als 4.000 Männer im Lager Harzungen. Vor der Verselbstständigung des KZ Mittelbau führte die SS die Toten des Lagers Harzungen unter dem Außenlager Dora. Somit lässt sich die Zahl der Toten von Anfang April bis Ende Oktober 1944 nicht abschließend klären. Am 4. April 1945 deportierte die SS etwa 4.500 verbliebene Männer mit dem Zug nach Bergen-Belsen und trieb weitere 2.000 auf einen Todesmarsch. Am 12. April wurden die Männer in der Marschkolonne durch die US-Armee bei Schönebeck an der Elbe befreit.
Historische Situation
Gegründet
1. April 1944
Aufgelöst
28. Oktober 1944
Das Außenlager gehörte von seiner Einrichtung am 1. April 1944 bis 28. Oktober 1944 zum KZ Buchenwald. Danach war es bis zur Auflösung am 4. April 1945 dem KZ Mittelbau zugeordnet.
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
4.000
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Gedenktafel
Anmerkungen zum Standort
Das ehemalige Lagergelände wird heute landwirtschaftlich genutzt. Zwei damals als Lagerräume genutzte Baracken sind noch vorhanden, die übrigen wurden Ende der 1940er Jahre demontiert. Auf dem Gemeindefriedhof von Harzungen befindet sich eine Grabanlage für 27 verstorbene Häftlinge sowie ein 1956 errichteter und 1977 erneuerter Gedenkstein. Im Jahr 2012 errichtete der Verein „Jugend für Dora“ temporär fünf Erinnerungsstelen im Ort. Außerdem informiert seitdem eine Tafel in der Nähe des ehemaligen Lagereingangs über die Geschichte des Außenlagers.
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