Hessisch-Lichtenau
Die Gesellschaft m.b.H. zur Verwertung chemischer Erzeugnisse (Verwertchemie), eine Tochterfirma der Dynamit Nobel AG begann 1936 mit dem Bau einer Sprengstofffabrik in Hessisch-Lichtenau. In den Kriegsjahren wurden vermehrt zivile Zwangsarbeitende und Kriegsgefangene eingesetzt. Im August 1944 richtete die SS zusätzlich ein Frauenaußenlager des KZ Buchenwald ein. Ab Mitte August richtete die Verwertchemie auch in Stadtallendorf ein Frauenaußenlager in einer ihrer Sprengstofffabriken ein. Über 1.000 Frauen, hauptsächlich Jüdinnen aus Ungarn, wurden zur Zwangsarbeit herangezogen. Ende Oktober 1944 wurden 206 Frauen, die als zu krank zum Arbeiten galten, nach Auschwitz-Birkenau zur Ermordung deportiert. Im Lager sind fünf Todesfälle belegt. Ende März 1945 wurde das Lager aufgelöst und die verbliebenen 790 Frauen wurden per Bahn nach Leipzig-Schönau und Leipzig-Thekla weiter verschleppt. Von dort wurden sie auf Todesmärsche getrieben.
Historische Situation
Gegründet
1. August 1944
Aufgelöst
29. März 1945
Das Lager bestand als Frauen-Außenkommando Buchenwalds ab dem 1. August 1944. Davor befand sich vor Ort bereits ein Barackenlager für etwa 700 „angeworbene“ französische Fremdarbeiter*innen.
Häftlinge
Frauenlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
1.000
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Gedenktafel, Informationstafel, Mahnmal
Anmerkungen zum Standort
Vor dem Gelände des ehemaligen „Lager Vereinshaus“ steht mittlerweile ein Gedenkstein. Ein weiterer Gedenkstein, samt einer Originallaterne aus der Lagerzeit mit eingelagerten Namen der Getöteten befindet sich in der Auffahrt nach Hirschhagen. Am „Wachhäuschen“, dem ehemaligen Eingang zum Werksgelände, hängt eine kleine Tafel der Stadt Hessisch Lichtenau mit statistischen Fakten. Seit Oktober 2011 ist zudem ein historischer Pfad durch das Gelände von Hirschhagen ausgewiesen, mit 18 Informationstafeln vor jeweils historisch interessanten Gebäuden. Erarbeitet wurde der Pfad von einem kommunalen Arbeitskreis der Städte Helsa und Hessisch Lichtenau, durch diese und mit EU-Mitteln und Spenden finanziert.
Themenweg Hirschhagen
Kontakt
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