Köln-Deutz (III. SS-Baubrigade)

Auf dem Messegelände in Köln-Deutz wurde im September 1942 das Hauptlager der III. SS-Baubrigade eingerichtet. Mit der Zeit wurden mehrere Nebenlager in Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg und Essen aufgebaut, in denen mehrere Tausend Häftlinge Zwangsarbeit leisten mussten. Von Köln-Deutz wurden die Männer auf die Nebenlager aufgeteilt, weshalb die Belegung stark schwankt. Da die SS-Verwaltung nicht zwischen der Lagern der Baubrigade differenzierte, sind Aussagen über die Todesfälle in Köln-Deutz nicht möglich. Für alle Lager der SS-Baubrigade III sind zwischen September 1942 und Mai 1944 insgesamt 171 Tote dokumentiert. Viele Schwerkranke wurden in das Stammlager Buchenwald gebracht. Im Mai 1944 wurde das Kölner Außenlager nach Wieda im Harz verlegt.

Historische Situation

Gegründet

18. September 1942

Aufgelöst

10. Mai 1944

Das Kölner Lager bestand vom 21. September 1942 bis zum 10. Mai 1944, danach wurde das Kommando nach Wieda im Harz verlegt. Während des Bestehens wurden zahlreiche Nebenlager der III. SS-Baubrigade gegründet. Einige davon wurden nach der Verlegung nach Wieda als selbstständige Außenlager des KZ Buchenwald weiter betrieben: Bergisch Gladbach-Bensberg, Düsseldorf (Kalkum), Düsseldorf (Borsig), Düsseldorf (DESt) sowie Essen (Schwarze Poth). Informationen zu diesen Lagern finden sich in den jeweiligen Einträgen auf dieser Website.
Folgende Nebenlager wurden keine selbstständigen Außenlager, da sie vor oder mit der Verlegung nach Wieda aufgelöst wurden:
Bochum (Bombenräumkommando, von Juni 1943 bis Dezember 1943, 26 bis 40 Häftlinge)
Dortmund (Bombenräumkommando, von Mai 1943 bis August 1943, 34 bis 40 Häftlinge)
Düsseldorf (Bombenräumkommando Friedrichstadt, von Juni 1943 bis August 1943, 118 bis 120 Häftlinge)
Duisburg (Trümmerbeseitigung im Auftrag der Stadtverwaltung. Das Lager existierte seit Oktober 1942 als Außenlager des KZ Sachsenhausen, wurde am 21. Februar 1943 als Restkommando durch die III. SS-Baubrigade übernommen und war bis Mai 1944 dessen Nebenlager, 342 bis 1.018 Häftlinge)

Häftlinge

Männerlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

1.310

Gedenkzeichen

Art des/der Gedenkzeichen(s)

Gedenktafel, Mahnmal

Anmerkungen zum Standort

1986 wurde anlässlich des 6. Weltkongresses der Vereinigung „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs“ am Messeturm eine kleine Erinnerungstafel angebracht. 1993 wurde ein von der Stadt Köln gestiftetes Mahnmal auf der Rheinseite eingeweiht, das an alle auf dem Messegelände befindlich gewesenen Lager und an die Messe als Deportationsort erinnert. Das Objekt mit ausführlicher Texttafel ersetzt eine kleine, 1981 von einer engagierten Einzelperson gestiftete Plakette, die ebenfalls am Messeturm befestigt war. Die historischen Fassaden sowie der Turm des 1928 zur Internationalen Ausstellung „Pressa“ umgebauten Messegebäudes sind erhalten, der Innenbereich wurde seit 2005 entkernt und umgebaut.

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