Kransberg
Das Schloss Kransberg im Taunus sollte im Zuge der Ardennenoffensive als Kommandostelle genutzt werden. Unter dem Tarnnamen „Tannenwald“ richtete die SS neben dem Schloss ein Männeraußenlager ein. Zwischen Dezember 1944 und Ende März 1945 befanden sich dort gleichzeitig zwischen 10 und bis zu 42 politische Häftlinge, die unter anderem zum Bau eines Fluchtstollens zwischen dem Schloss und dem Dorf Kransberg gezwungen wurden. Es sind mindestens zwei Rücktransporte Schwerkranker in das Hauptlager Buchenwald dokumentiert. Am 31. März 1945 registriert die Buchenwalder SS die Ankunft der letzten 30 Männer aus Kransberg. Wie viele von ihnen kurz darauf auf Todesmärsche getrieben wurden, ist nicht belegt.
Historische Situation
Gegründet
7. Dezember 1944
Aufgelöst
um den 27. März 1945
Die früheste Angabe zu anfangs 10 Häftlingen in Kransberg stammt vom 7. Dezember 1944. Die letzten 30 Häftlinge wurden etwa beginnend am 27. März 1945 nach Buchenwald zurück gebracht, Ankunft dort war am 31. März 1945.
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
42
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Gedenktafel
Anmerkungen zum Standort
Die Überreste der Lagerbaracken wurden nach dem Krieg entfernt, das Gelände wurde von den Amerikanern, die im Juni 1945 das Schloss besetzt hatten, 1951 zudem für einen Parkplatz um mehrere Meter aufgeschüttet und die alte Schlossmauer durchbrochen. Erst 1988 konnte der ehemalige Standort u.a. mit Hilfe von Zeitzeug*innen sowie dem ehemaligen polnischen KZ-Häftling Gerard Dziemba lokalisiert werden. Seit September 2013 gibt es im Hochtaunuskreis vier Gedenktafeln, die Orte nationalsozialistischer Verbrechen kennzeichnen. Eine davon steht am Standort des Außenlagers in Kransberg. Die zweite befindet sich an einem unvollendeten Stollen, den die Häftlinge zwischen dem Schloss und dem Dorf in den Fels treiben mussten. Dieser Fluchtstollen ist inzwischen vom Land Hessen unter Denkmalschutz gestellt worden. Die anderen beiden Gedenktafeln erinnern an das Außenkommando des SS-Sonderlagers / KZ Hinzert am ehemaligen Flugplatz Merzhausen (heute auch ein Ortsteil von Usingen) sowie an das damalige Außenlager des „Arbeitserziehungslagers“ (Frankfurt-)Heddernheim in Hundstadt (heute ein Ortsteil von Grävenwiesbach).
Arbeit und Leben (DGB/VHS) Hochtaunus
Kontakt
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