Magdeburg (Frauen)

Das Hauptwerk des Rüstungskonzerns Polte-Metallwarenfabrik OHG befand sich inmitten eines Wohngebiets nahe dem Stadtzentrum. Dort richtete die SS im Juni 1944 ein Frauenaußenlager des KZ Ravensbrück ein. Zum 1. September 1944 übernahm die Buchenwalder Verwaltung das Außenlager. Mehr als 3.000 Häftlinge, darunter viele Jüdinnen aus Osteuropa, mussten in der Munitionsproduktion arbeiten. Damit handelt es sich um das zweitgrößte Frauenaußenlager des KZ Buchenwald. Vor Ort sind 18 Todesopfer dokumentiert. Zahlreiche weitere nicht mehr arbeitsfähige Frauen und Schwangere wurden nach Ravensbrück oder Bergen-Belsen deportiert. Am 13. April 1945 verübten Angehörige des Volkssturms und der Hitlerjugend ein Massaker an den Männern und Frauen der beiden Polte-Außenlager. Sie trieben die Gefangenen in Richtung Stadion „Neue Welt“. Dort gerieten sie unter Beschuss US-amerikanischer Artillerie. In dem daraus entstehenden Chaos schossen die Volkssturmmänner in die Menschenmenge. Die genaue Zahl der Todesopfer ist nicht bekannt. Die überlebenden Frauen wurden auf einen Todesmarsch in das KZ Ravensbrück getrieben, bei dem Hunderte weitere starben.

Historische Situation

Gegründet

1. September 1944

Aufgelöst

13. April 1945

Eine Akte zur „Errichtung eines Barackenlagers für Kriegsgefangene mit 3 Anbauten und Neubau eines Lagerschuppens“ belegt, dass der Bau von Baracken bereits im September 1941 beantragt und mit der geplanten Unterbringung von „fremden Arbeitskräften“ begründet wurde. Die Akte wurde vom Stadtarchiv Magdeburg 2010 aus privater Hand übernommen. Der Bau wurde mit einigen Auflagen zum Brandschutz genehmigt. Am 14. Juni 1944 wurde das Frauen-Außenlager eingerichtet. Es war bis zum 31. August 1944 organisatorisch dem KZ Ravensbrück zugeordnet. Ab 1. September 1944 bis zur Auflösung am 13. April 1945 war es Außenlager des KZ Buchenwald.

Häftlinge

Frauenlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

3.000

Gedenkzeichen

Art des/der Gedenkzeichen(s)

Mahnmal

Anmerkungen zum Standort

Das steinerne Eingangstor zum Werksgelände in der Liebknechtstraße 66-68 existiert noch. Seit Mitte der 1970er Jahre ist es als Mahnmal mit einer Gedenktafel für die Opfer eines KZ-Außenlagers gestaltet. Auf dem Gelände des ehemaligen Stadions „Neue Welt" erinnert ein Gedenkstein an das Massaker vom 13. April 1945.

Historische Dokumente

Das Eingangstor zum Lager in Magdeburg.
Das Eingangstor zum Lager in Magdeburg.

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