Magdeburg (Männer)
Das Hauptwerk des Rüstungskonzerns Polte-Metallwarenfabrik OHG befand sich inmitten eines Wohngebiets nahe dem Stadtzentrum. Auf demselben Gelände wie das bereits im Juni 1944 eingerichtete Frauenaußenlager wurde das Männeraußenlager im November 1944 gegründet. Über 700 Häftlinge, darunter viele lettische, ungarische und polnische Juden, mussten hier Zwangsarbeit leisten. Vor Ort starben mindestens elf Männer, viele weitere wurden in andere KZs deportiert. Am 13. April 1945 verübten Angehörige des Volkssturms und der Hitlerjugend ein Massaker an den Männern und Frauen der beiden Polte-Außenlager. Sie trieben die Gefangenen in Richtung Stadion „Neue Welt“. Dort gerieten sie unter Beschuss US-amerikanischer Artillerie. In dem daraus entstehenden Chaos schossen die Volkssturmmänner in die Menschenmenge. Die genaue Zahl der Todesopfer ist nicht bekannt. Die überlebenden Männer wurden auf einen Todesmarsch in das KZ Sachsenhausen getrieben, bei dem Hunderte weitere starben.
Historische Situation
Gegründet
3. November 1944
Aufgelöst
13. April 1945
Eine Akte zur „Errichtung eines Barackenlagers für Kriegsgefangene mit 3 Anbauten und Neubau eines Lagerschuppens“ belegt, dass der Bau von Baracken bereits im September 1941 beantragt und mit der geplanten Unterbringung von „fremden Arbeitskräften“ begründet wurde. Die Akte wurde vom Stadtarchiv Magdeburg 2010 aus privater Hand übernommen. Der Bau wurde mit einigen Auflagen zum Brandschutz genehmigt. Am 14. Juni 1944 wurde das Frauenaußenlager der Polte OHG eingerichtet, am 3. November 1944 zusätzlich das Männeraußenlager.
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
700
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Mahnmal
Anmerkungen zum Standort
Das steinerne Eingangstor zum Werksgelände in der Liebknechtstraße 66-68 existiert noch. Seit Mitte der 1970er Jahre ist es als Mahnmal mit einer Gedenktafel für die Opfer eines KZ-Außenlagers gestaltet. Auf dem Gelände des ehemaligen Stadions „Neue Welt" erinnert ein Gedenkstein an das Massaker vom 13. April 1945.
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