Magdeburg-Rothensee
Im Männeraußenlager „Magda“ der Braunkohle-Benzin AG (Brabag) in Magdeburg-Rothensee mussten ab Juni 1944 bis zu 2.000 Häftlinge, überwiegend ungarische Juden, Zwangsarbeit leisten. Sie wurden zu körperlicher Schwerstarbeit unter extremen Bedingungen eingesetzt. Fast alle Männer galten als ersetzbare Hilfsarbeiter. Mindestens 550 Häftlinge kamen vor Ort ums Leben – über ein Viertel aller Häftlinge im Lager. Weitere 600 Männer und Jungen wurden als nicht mehr arbeitsfähig in das Stammlager Buchenwald gebracht und von dort 388 von ihnen zur Ermordung in Auschwitz-Birkenau deportiert. Ende 1944 wurden weitere 400 Häftlinge in das KZ Bergen-Belsen gebracht. Am 9. Februar 1945 wurden die verbliebenen 465 Männer per Bahn nach Buchenwald verlegt. Mindestens 22 von ihnen starben auf dem Rücktransport. Viele weitere starben in den folgenden Tagen im Kleinen Lager Buchenwalds.
Historische Situation
Gegründet
17. Juni 1944
Aufgelöst
9. Februar 1945
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
2.000
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Gedenktafel, Mahnmal
Anmerkungen zum Standort
Das Brabag-Werk wurde 1946 demontiert, die überlebenden Häftlinge erhielten keine Entschädigung. Die Holzbaracken wurden nach Kriegsende von der deutschen Bevölkerung abgetragen, um an Baumaterial zu kommen. Die gemauerte SS-Baracke ließ das Kulturamt Magdeburg, im Wissen um die Geschichte des Ortes, Mitte der 1990er Jahre stillschweigend abreißen. Am 27. Januar 2001 wurde am Rand des ehemaligen Lagergeländes eine Eisenguss-Skulptur in Erinnerung an die Opfer enthüllt. An einem Gebäude an der Einfahrt zur Liegenschaft der Polizeiinspektion Zentrale Dienste Sachsen-Anhalt (PI ZD) am August-Bebel-Damm 19 in Magdeburg befindet sich zudem eine Gedenktafel.
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