Markkleeberg

Das Frauenaußenlager der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG in Markkleeberg wurde im August 1944 eingerichtet. Unter den über 1.500 weiblichen Häftlingen waren 800 ungarischen Jüdinnen sowie 250 Französinnen der Résistance. Mindestens sechs Frauen sowie ein Neugeborenes kamen ums Leben. Am 13. April 1945 wurden über 1.500 Frauen des Lagers auf einen Todesmarsch in Richtung Theresienstadt getrieben, den viele nicht überlebten. Am 29. April erreichte eine Marschkolonne mit 699 Frauen aus Markkleeberg Theresienstadt. Es ist davon auszugehen, dass weitere Marschkolonnen an anderen Orten befreit wurden.

Historische Situation

Gegründet

31. August 1944

Aufgelöst

13. April 1945

Häftlinge

Frauenlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

1.500

Gedenkzeichen

Art des/der Gedenkzeichen(s)

Gedenktafel

Anmerkungen zum Standort

Die Baracken wurden nach Kriegsende von verschiedenen Betrieben als Produktionsort und Materiallager weiter genutzt. 1993 wurde die ehemalige Baracke „E“ unter Denkmalschutz gestellt, die restlichen Baracken wurden abgerissen. Am 8. Mai 1975 wurde am Ort des ehemaligen Außenlagers eine Gedenktafel mit sozialistisch geformter Inschrift eingeweiht, die aber nur 600 Frauen erwähnte. Nach 1990 kam von ehemaligen Häftlingsfrauen aus Frankreich und Israel ein neuer Textvorschlag, der im Jahr 1998 im Beisein ehemaliger Markkleeberger Häftlingsfrauen feierlich eingeweiht wurde. Die Tafel gestaltete der Leipziger Künstler Markus Gläser.

Kulturbahnhof e. V.

Kontakt

Projekt: „Versteckte Geschichte. Nationalsozialismus in Markkleeberg“ 04416 Markkleeberg

info@kulturbhf.de versteckte-geschichte-markkleeberg.de

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