Meuselwitz (Frauen)

Das Frauenaußenlager in Meuselwitz wurde Anfang Oktober 1944 mit 1.497 Frauen aus dem KZ Ravensbrück eingerichtet. Auftraggeber war die Hugo Schneider AG (HASAG). Bereits seit 1936 produzierte die HASAG an diesem Standort Panzerfäuste und Munition und setzte dafür Tausende zivile Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen ein. Bei und nach einem Luftangriff im November 1944 starben 41 Frauen. Am 12. April 1945 trieb die SS die Häftlinge der beiden Meuselwitzer HASAG-Außenlager sowie die Frauen aus dem zuvor geräumten Lager Sömmerda auf einen Todesmarsch. Die letzte Marschkolonne wurde erst am 8. Mai 1945 in Tschechien befreit.

Historische Situation

Gegründet

5. Oktober 1944

Aufgelöst

12. April 1945

Häftlinge

Frauenlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

1.497

Gedenkzeichen

Art des/der Gedenkzeichen(s)

Gedenktafel, Informationstafel

Anmerkungen zum Standort

Das Barackenlager wurde bis in die 1990er Jahre als Wohnsiedlung genutzt und 2010 abgerissen. Vor Ort sind heute zwei Gedenksteine sowie eine Säule am ehemaligen Hinterausgang des Lagers vorhanden.

Stadtarchiv Meuselwitz

Ein Gedenkstein für die Nationen, die in der HASAG Zwangsarbeit verrichten mussten, wurde im Jahr 2005 an der Zufahrtsstraße zur HASAG, Altenburger/Ecke Weinbergstraße, mit Unterstützung der Thüringer Staatskanzlei eingeweiht.

Auf dem Gelände der ehemaligen HASAG in der Nordstraße befindet sich seit 2010 ein Gedenkstein mit einer Tafel zur Geschichte der HASAG und der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Die Tafel wurde von Jugendlichen im Rahmen ihrer Ausbildung beim Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung (IFW Jena/MBZ Meuselwitz) angefertigt.

Beide Gedenksteine wurden im Rahmen von Feierstunden im Beisein mehrerer dort ehemals Inhaftierter eingeweiht. Zwischen 1995 und 2010 besuchten ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter mehrfach die Stadt Meuselwitz und berichteten insbesondere vor Schülerinnen und Schülern über das Erlebte und Erlittene während ihrer Zeit im KZ Auschwitz, Ravensbrück und Meuselwitz.

Autor*in: Stadtarchiv Meuselwitz

Kontakt

Stadtarchiv Meuselwitz Zirndorfer Str. 27 04610 Meuselwitz

03448 443 270 archiv@meuselwitz.de

Hinweise zum Besuch

Die Gedenksteine sind jederzeit öffentlich zugänglich.

Termine

Jährliche Rundgänge zum „Tag des offenen Denkmals“

Führungen auf Anfrage

Kontakt zum Förderverein Buchenwald

Für Fragen, Hinweise oder Ergänzungen wenden Sie sich bitte an:

Förderverein Buchenwald
Schwanseestraße 143
99427 Weimar

03643 747540
info@foerderverein-buchenwald.de

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Bitte rechnen Sie 6 plus 5.