Mühlhausen (Frauen)

Für die Thiel Seebach GmbH wurde im September 1944 das Frauenaußenlager bei Mühlhausen eingerichtet. Bis zu 700 überwiegend ungarische und polnische Jüdinnen mussten dort in der Produktion von Flugzeugteilen und Zündern arbeiten. Drei Frauen kamen vor Ort ums Leben. Mindestens sechs Frauen wurden nach Auschwitz-Birkenau und in das KZ Bergen-Belsen in deportiert. Ende Februar 1945 wurden die knapp 700 verbliebenen Frauen per Zug nach Celle gebracht und von dort zu Fuß nach Bergen-Belsen getrieben. Wie viele der Frauen in den folgenden Wochen in Bergen-Belsen starben, ist nicht bekannt.

Historische Situation

Gegründet

3. September 1944

Aufgelöst

28. Februar 1945

Im Betrieb waren bereits seit 1942 osteuropäische und russische Zwangsarbeiter*innen eingesetzt. Ab September 1944 kamen die Frauen des Außenlagers hinzu.

Häftlinge

Frauenlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

700

Gedenkzeichen

Art des/der Gedenkzeichen(s)

Mahnmal

Anmerkungen zum Standort

Auf dem Neuen Friedhof sind 19 Grabsteine ehemaliger Häftlinge der Außenlager Mühlhausen und Niederorschel vorhanden. Die Fundamente der Produktionshallen sind im Stadtwald Mühlhausen noch zu erkennen. Am Ort des ehemaligen Außenlagers entstand zunächst ein Standort der Nationalen Volksarmee der DDR, dann eine Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete. Im Jahr 2019 wurden Pläne bekannt, auf dem Gelände ein Bratwurst-Museum einzurichten. Diese wurden nach Protesten wieder verworfen. Parallel startete ein Projekt zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte des Außenlagers.

Mühlhäuser Geschichts- und Denkmalpflegeverein e.V.

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