Neustadt bei Coburg

Das Frauenaußenlager Neustadt bei Coburg wurde am 9. September 1944 gegründet. Auftraggeber waren die Kabel- und Leitungswerke AG (KALAG). Bei den etwa 403 Häftlingen handelte es sich überwiegend um ungarische Jüdinnen. Acht Frauen, die als nicht mehr arbeitsfähig galten, wurden nach Bergen-Belsen deportiert. Am 6. April 1945 räumte die SS das Lager und trieb die Frauen auf einen Todesmarsch, bis sich die Wachmannschaft bei Domažlice in Tschechien absetze.

Historische Situation

Gegründet

9. September 1944

Aufgelöst

6. April 1945

Häftlinge

Frauenlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

403

Gedenkzeichen

Art des/der Gedenkzeichen(s)

Gedenktafel, Mahnmal

Anmerkungen zum Standort

Dem ehemaligen Lager gegenüber, auf der anderen Seite der Austraße, befindet sich ein Mahnmal zur Erinnerung an die Häftlinge des Außenlagers.

Stadtarchiv Neustadt bei Coburg

Nach der Auflösung des Lagers trug die weitere Nutzung der Firma wie auch des Geländes mit den Baracken dazu bei, dass die Erinnerung schnell verblasste. Da das Stammlager Buchenwald auf der anderen Seite der innerdeutschen Grenze lag, begann die Erforschung der Geschichte des Außenlagers und seiner Insassinnen erst um die Jahrtausendwende. 2004 konnte die Heimatpflegerin Isolde Kalter erstmals Zeitzeuginnen treffen und befragen. Es folgte die Sammlung von Informationen zum Außenlager in Bibliotheken, Archiven und Internetquellen. In verschiedenen Vorträgen wurde die Geschichte des Außenlagers und seiner Auflösung der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein erster Aufsatz über zwei Häftlingsfrauen erschien 2008 in einem Sammelband über Frauen der Coburger Geschichte. Im Jahr 2012, nach dem Zusammentragen von genügend Information, wurde im Stadtrat der Antrag gestellt, einen Gedenkstein in der Nähe des ehemaligen Lagergeländes zu errichten. Er wurde im April 2014 eingeweiht.

Autor*in: Isolde Kalter (Heimatpflegerin der Stadt Neustadt bei Coburg)

Kontakt

Heimatpflege der Stadt Neustadt Georg-Langbein-Straße 1 96465 Neustadt bei Coburg

09568 810 rathaus@neustadt-bei-coburg.de

Hinweise zum Besuch

Das Mahnmal liegt offen zugänglich an einer Straßenecke gegenüber dem ehemaligen Lager, Austraße 99. Auf dem Firmengelände selbst ist infolge heutiger Nachnutzung kein Rundgang möglich. Auf Wunsch können Vorträge durch die Heimatpflegerin organisiert werden.

Aktuelle Dokumente

Das Mahnmal in Neustadt bei Coburg (Foto: Isolde Kalter).
Das Mahnmal in Neustadt bei Coburg, 2015 © Isolde Kalter
Mahnmal, Inschrift auf dem Findling, 2015 © Isolde Kalter
Mahnmal, Text auf dem flachen Stein, 2015 © Isolde Kalter

Kontakt zum Förderverein Buchenwald

Für Fragen, Hinweise oder Ergänzungen wenden Sie sich bitte an:

Förderverein Buchenwald
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