Niederorschel
Die Junkers Flugzeug- und Motorenwerk AG richtete unter dem Decknamen „Langenwerk AG“ im Herbst 1944 einen Zweigbetrieb in Niederorschel ein. Bei den über 730 Männern handelte es sich überwiegend um Juden sowie um politische Gefangene. Die Buchenwalder Lagerverwaltung führte das Außenlager als „gemischtes Männerkommando“. Mindestens 20 von ihnen kamen in Niederorschel ums Leben. Bereits Mitte Februar verlegte die SS einen Teil der Häftlinge in das Außenlager Langenstein-Zwieberge. Im April 1945 trieb die SS die verbliebenen 520 Häftlinge zu Fuß bis in das 100 Kilometer entfernte KZ Buchenwald. Dem Lagerältesten Otto Hermann ist es gelungen, die SS zu einer mehrtägigen Marschpause im bereits geräumten Außenlager Berlstedt zu überreden. Am 10. April wurden 425 im Hauptlager registriert. Durch den Aufenthalt in Berlstedt entkamen sie weiteren Todesmärschen. Otto Herrmann, wurde 2005 als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.
Historische Situation
Gegründet
4. September 1944
Aufgelöst
1. April 1945
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
730
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Ausstellung, Mahnmal
Anmerkungen zum Standort
Einige Ruinen sind auf dem Gelände der heutigen Firma „Werzalit“ noch vorhanden. Seit 1965 befindet sich ein Gedenkstein in der Bahnhofstraße. Im Jahr 2005 wurde vor Ort in den „Heimatstuben“ die ständige Ausstellung „KZ Buchenwald - AK Niederorschel“ eröffnet. Nach dem Schlossermeister Johannes Drößler, der in den Tagen vor der Auflösung des Außenlagers zwölf geflohene Gefangene in seiner Scheune versteckte, ist seit 1997 eine Straße im Ort benannt.
Heimatstube Niederorschel
Kontakt
Marktplatz 2 37355 Niederorschel
Herr Wolfgang Große
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