Ohrdruf („S III“)
Das Männeraußenlager Ohrdruf (S III) wurde im November 1944 im südlich von Gotha gelegenen Jonastal zwischen Arnstadt und Crawinkel errichtet. Auf Befehl Hitlers sollte im Jonastal ein neues „Führerhauptquartier“ entstehen. Hierfür mussten die Häftlinge in einem Nord- und einem Südlager sowie zwei Sublagern in Espenfeld und Crawinkel beim Ausbau von Stollen arbeiten. Bis Dezember 1944 stieg die Belegung auf bis zu 10.555 Männer, überwiegend jüdische Häftlinge aus Ungarn. Insgesamt durchliefen mehr als 20.000 Männer den Komplex der „S III“-Lager. Sie waren in Holzbaracken, Zelten, Munitionsbunkern und Stollen untergebracht. Bis Ende März 1945 starben vor Ort mindestens 2.924 Männer. Weitere rund 4.400 Männer wurden in sog. „Invalidentransporten“ in das „Kleine Lager“ Buchenwald und in das Sterbelager Bergen-Belsen verlegt, wo ein Großteil von ihnen nicht überlebte. Anfang April 1945 trieb die SS die über 10.000 noch im Lagerkomplex „S III“ verbliebenen Häftlinge auf Todesmärsche nach Buchenwald. Um den 8. April 1945 registrierte die Buchenwalder SS 8.982 Männer. Am Abend des 4. April 1945 betrat die US-Armee das Nordlager in Ohrdruf. Dort fanden sie Berge von Leichen, Massengräber und wenige Überlebende vor.
Historische Situation
Gegründet
6. November 1944
Aufgelöst
4. April 1945
Das Außenlager Ohrdruf wurde am 6. November 1944 eingerichtet. Vom 14. November 1944 bis 15. Januar 1945 wurde es als eigenständiges Lager geführt und autark verwaltet, danach ging es wieder als Außenlager in die Administration des KZ Buchenwald über.
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
20.000
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Ausstellung, Gedenktafel, Informationstafel, Mahnmal
Anmerkungen zum Standort
Im Jonastal sind noch Teile der Stollenanlage und Fundamentreste vorhanden. Der Jonastalverein e.V. hat ein Dokumentationszentrum eingerichtet, mit einem Modell der Stollenanlage, Ausstellungsstücken und einem Geschichts- und Naturlehrpfad. Auch Führungen werden angeboten (siehe Kontakt). Es erinnern mehrere Denkmäler an das Geschehene: im Jonastal bei Espenfeld, auf den Truppenübungsplatz Ohrdruf sowie in der Ohrdrufer Innenstadt. Zudem gibt es in Crawinkel den Infopunkt „Waggon von Compiegne“.
Dokumentationszentrum Jonastalverein e.V.
Kontakt
Weiterführende Informationen
In der 2024 veröffentlichten digitalen Lernplattform des Arolsen Archives kann u. a. das öffentlich nicht zugängliche Areal des Truppenübungsplatzes Ohrdruf erkundet werden: https://www.arolsen-school.org/#minigame/suspekt/
Kontakt zum Förderverein Buchenwald
Für Fragen, Hinweise oder Ergänzungen wenden Sie sich bitte an:
Förderverein Buchenwald
Schwanseestraße 143
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