Schönebeck („Julius“)
Im Auftrag der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG richtete die SS im März 1943 unter dem Decknamen „Julius“ ein Männeraußenlager in Schönebeck ein. Es handelt sich um das erste Außenlager, das die SS im Auftrag des Junkerkonzerns einrichtete. Zehn weitere sollten folgen. Die bis zu 1.800 Häftlinge mussten in 12-Stunden-Schichten in der Flugzeugproduktion arbeiten. Es gab mindestens zehn Todesfälle durch Erschießung, Hunger, Kälte und Krankheiten. Regelmäßig brachte die SS schwerkranke Männer zurück in das Hauptlager Buchenwald. Aufgrund der nahenden US-Armee räumte die SS am Abend des 11. Aprils 1945 das Lager. Zu dem Zeitpunkt befanden sich etwa 1.120 Häftlinge im Lager „Julius“ und weitere etwa 400 Häftlinge im nahegelegenen Lager „NARAG“. Nach einem dreiwöchigen Todesmarsch in Richtung Norden wurden 300 bis 400 Überlebende in der Nähe von Parchim befreit. Wie viele während des Todesmarsches fliehen konnten oder umgebracht wurden, ist nicht bekannt.
Historische Situation
Gegründet
29. März 1943
Aufgelöst
11. April 1945
Häftlinge
Männerlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
1.800
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Gedenktafel, Mahnmal
Anmerkungen zum Standort
Zwei ehemalige Baracken wurden nach Kriegsende umgebaut und werden heute als Wohnhäuser genutzt. Die übrigen Gebäude wurden zwischenzeitlich als Lager für das VEB Traktoren- und Dieselmotorenwerk Schönebeck (TDS) genutzt und in den 1990er Jahren abgerissen. Seit 1968 befindet sich vor Ort ein Mahnmal zur Erinnerung an das Außenlager. Bereits 1951 wurde im Stadtzentrum Schönebecks ein Gedenkpark eingerichtet.
Stadtarchiv Schönebeck (Elbe)
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