Schwerte

Im April 1944 richtete die SS am Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Schwerte-Ost ein Männeraußenlager des KZ Buchenwald ein. Im September 1944 erreichte das Lager mit 708 Männern seine höchste Belegung. Die Männer wurden zur Zwangsarbeit für die Reichsbahn eingesetzt. Belegt ist die Erschießung eines Mannes. Mit der Räumung des Außenlagers beginnt die SS bereits Ende November 1944. Im Januar 1945 erfolgte die Rückführung sämtlicher verbliebener Häftlinge nach Buchenwald. Am 15. Januar wurden sie im Hauptlager Buchenwald registriert und die meisten von ihnen anschließend in weitere Außenlager verteilt.

Historische Situation

Gegründet

6./7. April 1944

Aufgelöst

12. Januar 1945

Das Lager wurde am 6. oder 7. April 1944 eingerichtet. Nach manchen Quellen erfolgte die Auflösung schon am 11. Dezember 1944, nach anderen am 29. Januar 1945.

Häftlinge

Männerlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

708

Gedenkzeichen

Art des/der Gedenkzeichen(s)

Gedenktafel, Informationstafel, Mahnmal

Anmerkungen zum Standort

Mehrere Gebäude des Ausbesserungswerks stehen unter Denkmalschutz, die ehem. Werkssiedlung ist wie das gesamte Areal des AW als Denkmalbereich geschützt. Seit 1985 gibt es vor Ort ein Bodendenkmal zur Erinnerung an das Außenlager.

Kultur- und Weiterbildungsbetrieb der Stadt Schwerte

Lange war die Existenz des Außenlagers Buchenwald in Schwerte umstritten und kaum dokumentiert, erst in den 1980er Jahren verdichteten sich Hinweise durch Forschungen und Zeitzeugengespräche. 1985 gelang es, die baulichen Überreste unter Denkmalschutz zu stellen.

Am 19. Oktober 1988 beschloss der Rat der Stadt Schwerte schließlich die Einrichtung einer Mahn- und Gedenkstätte. Auf einer unbebauten Teilfläche des ehemaligen Außenlagers in der Größe von 650 Quadratmetern wurde 1989 diese Gedenkstätte errichtet.

Die Häftlinge waren in außerhalb des Werks gelegenen Baracken untergebracht, die durch Elektrozaun und SS-Wachmannschaft gesichert waren. Bis zu 700 Gefangene wurden im Lager zur Reparatur und Umrüstung von Lokomotiven eingesetzt.

Seit 1990 erinnern seine symbolträchtige Skulptur und eine Gedenktafel an das Lager. Für die künstlerische Gestaltung der Gedenkstätte konnte der Bildhauer Horst Wegener gewonnen werden.

Seit 1989 finden hier in Erinnerung an die Beendigung des 2. Weltkrieges und die Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai auf Einladung des Kulturbüros Gedenkfeiern statt.

Die Gedenkkultur wird getragen von einer breiten Unterstützung durch die Schwerter Friedensinitiative, dem Bündnis Schwerte gegen Rechts und von Kulturschaffenden, die sich künstlerisch mit dem Thema auseinandersetzen.

Zur alljährlichen Gedenkveranstaltung zum 8. Mai kommen diese Institutionen zusammen und tragen in Kooperation mit dem Kulturbüro des Kultur- und Weiterbildungsbetriebes der Stadt Schwerte zu den bewegenden Redebeiträgen musikalische und theatralische Beiträge vor.

Autor*in: Kultur- und Weiterbildungsbetrieb der Stadt Schwerte

Kontakt

Kultur- und Weiterbildungsbetrieb der Stadt Schwerte Kötterbachstraße 2 58239 Schwerte

02304 104 801 info@kuwebe.de www.kuwebe.de

Hinweise zum Besuch

Die Eisenbahnfreunde Schwerte bieten regelmäßig Führungen an www.eisenbahn.schwerte.de

Termine

In den Monaten Mai bis Oktober finden jeweils am 1. Freitag des Monats regelmäßige Führungen über einen Großteil des ehemaligen gesamten Geländes statt. Terminliche Absprachen auch für mögliche individuelle Gruppenführungen organisieren Sie bitte direkt über Sabine Totzauer, Telefon 02304 22178, oder per E-Mail an: ankunft@eisenbahn.schwerte.de

Am 8. Mai findet alljährlich von 17:00 Uhr bis 18:00 Uhr direkt an der Gedenkstätte, Emil-Rohrmann–Straße 1b, 58239 Schwerte, eine offizielle Gedenkveranstaltung statt.

Kontakt zum Förderverein Buchenwald

Für Fragen, Hinweise oder Ergänzungen wenden Sie sich bitte an:

Förderverein Buchenwald
Schwanseestraße 143
99427 Weimar

03643 747540
info@foerderverein-buchenwald.de

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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