Stadtallendorf
Das Außenlager „Münchmühle“ bei Stadtallendorf war ein Frauenaußenlager des KZ Buchenwald mit etwa 1.000 ungarischen Jüdinnen aus Auschwitz. Die Gefangenen leisteten Zwangsarbeit in Sprengstofffabriken der Verwertchemie (Tochter der Dynamit Nobel AG), u. a. beim Befüllen von Granaten und Bomben ohne Schutz. Die Verwertchemie richtete im gleichen Zeitraum ein weiteres Frauenaußenlager in einer weiteren Sprengstofffabrik in Hessisch-Lichtenau ein. Es gab mindestens einen belegten Todesfall. Ende März 1945 räumte die SS das Lager. Die Frauen wurden auf einen Fußmarsch getrieben, wahrscheinlich mit dem Ziel Bergen-Belsen. Während des Marsches setzten sich Wachmannschaften ab, sodass sich der gesamte Zug auflöste.
Historische Situation
Gegründet
13. August 1944
Aufgelöst
27. März 1945
Häftlinge
Frauenlager
Maximale Anzahl der Häftlinge
1.000
Gedenkzeichen
Art des/der Gedenkzeichen(s)
Ausstellung, Mahnmal
Anmerkungen zum Standort
Das Lager wurde 1947 abgerissen. Die Stadt Stadtallendorf begann um 1986 mit der Aufarbeitung ihrer Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus. Seit Mai 1988 existiert auf dem Fundament der ehemaligen Waschbaracke eine Gedenkstätte. Im November 1994 wurde das Dokumentations- und Informationszentrum Stadtallendorf (DIZ) gegründet, eine Gedenkstätte mit einer Dauerausstellung. Das DIZ ist außerschulischer Lernort und Museum mit Archiv. Es hat seinen Sitz im Seitenflügel des ehemaligen Verwaltungssitzes der Dynamit Nobel AG. Erklärtes Ziel des DIZ ist es, das Schicksal der Zwangsarbeiter in Allendorf aufzuarbeiten und zu dokumentieren.
DIZ / Stadtmuseum Stadtallendorf
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