Staßfurt

Im September 1944 wurde ein Männeraußenlager in Staßfurt unter dem Decknamen „Reh“ eingerichtet. Ziel war die unterirdische Verlagerung der Produktionsanlagen des Flugzeugherstellers Heinkel. Die bis zu 800 Häftlinge kamen überwiegend aus Frankreich. Durch die Zwangsarbeit in den Stollen verloren mindestens 94 Häftlinge ihr Leben. Weitere rund 50 Todkranke brachte die SS zurück ins Hauptlager Buchenwald. Am 11. April 1945 trieb die SS die etwa 700 Gefangenen auf einen Todesmarsch, der nach fast vier Wochen und mindestens 350 zurückgelegten Kilometern am 8. Mai in Annaberg im Erzgebirge endete. Berichten zufolge überlebten mindestens 131 Häftlinge den Todesmarsch nicht.

Historische Situation

Gegründet

13. September 1944

Aufgelöst

11. April 1945

Häftlinge

Männerlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

800

Gedenkzeichen

Anmerkungen zum Standort

Heute befindet sich dort ein Industriegelände mit Ablagerungen von chemischen Mitteln des Sodawerkes Staßfurt. Am Löderburger Friedhof befindet sich ein Gedenkstein, dort liegt ein unbekannter Häftling, der auf dem Todesmarsch ums Leben kam. Am ehemaligen Standort erinnert heute nichts mehr an die Existenz des Außenlagers.

Amicale Des Anciens Déportés À Neu-Stassfurt Et De Leurs Familles

Vereinigung ehemaliger Deportierter nach Neu-Stassfurt und ihrer Familien

Diese 1946 gegründete und rasch wachsende Vereinigung vereinte ab den 1960er Jahren fast alle noch lebenden Deportierten dieses Außenlagers. Der Verein ist seit 1991 eingetragen. Gemäß Artikel 2 seiner Statuten ist das Ziel des Vereins „[die] Bewahrung der Erinnerung an das Außenlager Neu-Stassfurt und die Förderung von Solidarität, gegenseitiger Hilfe und Unterstützung unter seinen Mitgliedern“.

Die Gedenkstele von Compiègne, bekannt als „Stele des letzten Zuges“, befindet sich an der Kreuzung Bellicart im Wald von Compiègne und wurde 1988 auf Initiative des Vereins der Deportierten Neu-Stassfurt errichtet. Jedes Jahr findet am Sonntag, der dem 17. August am nächsten liegt, eine Gedenkfeier statt: Der letzte Zug verließ Frankreich am 17. August 1944 und erreichte Buchenwald am 22. August.

Historische Dokumente

Blick über das Lagergelände, 1945 © Amicale Des Anciens Déportés À Neu-Stassfurt Et De Leurs Familles

Weiterführende Informationen

„Esclavage pour une résurection“ von François und Edouard Michaut „Un pas encore un pas“ vom Verein ehemaliger Deportierter nach Neu-Stassfurt „Les loups de Germanie“ von Raymond Levasseur.

Termine

Gedenkveranstaltung zur Abfahrt des letzten Zuges am Denkmal von Compiègne am 23. August 2026.

Kontakt zum Förderverein Buchenwald

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99427 Weimar

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