Torgau

Für die Heeresmunitionsanstalt Torgau richtete die SS im September 1944 ein Frauenaußenlager mit bis zu 500 weiblichen Häftlingen ein. Die Frauen wurden in 12-Stunden-Schichten zur Bomben- und Munitionsproduktion sowie zur Entschärfung von Blindgängern gezwungen. Unter den Häftlingen waren zunächst viele Mitglieder der Résistance. Jedoch blieben diese Frauen nicht lange. Anfang Oktober wurde eine Hälfte in das Lager Abterode überstellt und die andere Hälfte kam zurück in das KZ Ravensbrück. Mitte November 1944 trafen dann 250 ungarische Jüdinnen im Außenlager Torgau ein. Mindestens zwei Todesfälle sind belegt. Am 10. April 1945 setzte sich die SS-Wachmannschaft ab. Die 250 zurückgelassenen Frauen bleiben aus Angst vor der Bevölkerung bis zur Ankunft der US-Armee am 26. April im Lager.

Historische Situation

Gegründet

4. September 1944

Aufgelöst

10. April 1945

Häftlinge

Frauenlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

500

Gedenkzeichen

Anmerkungen zum Standort

Das ehemalige Lagergelände wurde bis Anfang der 1990er Jahre von sowjetischen Truppen genutzt. Am ehemaligen Standort erinnert heute nichts mehr an die Existenz des Außenlagers.

Erinnerungsort Torgau

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