Weimar

Die NS-Industriestiftung Gustloff-Werke betrieb im Norden Weimars ein Rüstungswerk, wo Tausende zivile Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen arbeiten mussten. Zusätzlich wurden ab Februar 1942 auch Häftlinge des KZ Buchenwald zur Zwangsarbeit herangezogen. Die ersten zwei Jahre noch als Marschkolonne wurde im Oktober 1943 das Männeraußenlager eingerichtet. Bis zu 2.290 Männer mussten im „Kommando Gustloff-Werk Weimar“ Zwangsarbeit leisten. Am 9. Februar 1945 wurde das Werk durch einen Luftangriff zerstört, bei dem 356 Männer starben und viele weitere verwundet wurden. In der Folge wurden die Überlebenden bis Anfang April nach Billroda und Buchenwald verlegt.

Historische Situation

Gegründet

11. Oktober 1943

Aufgelöst

4. April 1945

Häftlinge

Männerlager

Maximale Anzahl der Häftlinge

2.290

Gedenkzeichen

Art des/der Gedenkzeichen(s)

Informationstafel, Mahnmal

1000 Buchen – Ein lebendiges Gedenken (Projekt der Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V.)

1000 Buchen ist ein Gedenk-Projekt des

Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda. Es erinnert

an Menschen, die von den National-Sozialisten

verfolgt wurden.

National-Sozialisten – auch kurz Nazis genannt –

glaubten, sie seien mehr wert als andere

Menschen. Deshalb begingen sie an vielen

Menschen schwere Verbrechen.

 

Das Projekt erinnert vor allem an Menschen,

- die im KZ Buchenwald und seinen

  Außenlagern festgehalten wurden,

- die auf Todesmärsche gezwungen wurden

- und die Opfer des sogenannten

  „Euthanasie“-Programms wurden.

In diesem Programm wurden Menschen mit

Behinderungen und Krankheiten verfolgt und

ermordet. Die Nazis nannten sie „unwertes

Leben“.

 

Das Projekt 1000 Buchen gibt es seit 1999.

Es stellt eine wichtige Frage: Wie kann

Erinnerung heute verständlich und für alle

zugänglich sein?

 

Im Projekt 1000 Buchen werden Bäume

gepflanzt. Am Anfang waren es Buchen,

heute werden auch andere Baumarten

gepflanzt. Die Bäume sind lebendige

Gedenk-Zeichen.

 

Die Bäume stehen meist an Orten, an denen

Menschen Gewalt und Ausgrenzung erfahren

haben. Gleichzeitig stehen die Bäume für Leben,

Zusammenhalt und Verantwortung. So wird

Erinnerung ein Teil des Alltags und ist für alle

sichtbar.

 

1000 Buchen ist ein inklusives Projekt. Das

bedeutet: Alle Menschen können mitmachen.

Menschen mit und ohne Behinderung,

Schülerinnen und Schüler, Initiativen, Städte und Vereine.

 

Gemeinsam beschäftigen sie sich mit der

Geschichte des National-Sozialismus.

Gemeinsam gedenken sie der Menschen,

die von den Nazis ausgegrenzt wurden. Die

Inhalte werden möglichst barrierefrei erklärt

und werden mit heutigen Fragen verbunden.

- Wie gehen wir miteinander um?

- Welche Werte sind uns wichtig und nicht

  verhandelbar?

 

Nach dem Jahr 1945 wurden viele Orte der

Außenlager lange nicht oder nur wenig erinnert,

so wie die Andersen-Straße in Weimar.

Das Projekt 1000 Buchen macht diese Orte

wieder sichtbar. Es setzt auf Austausch,

Gespräche und Zusammenarbeit.

Autor*in: Franziska Jung und Dr. Jan Henschen

Kontakt

Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. Belvederer Allee 19 99425 Weimar

1000buchen@lhw-we-ap.de lebenshilfewerk-weimar-apolda.de

Bündnis gegen Rechts Weimar

Gemeinsam aktiv für unsere Demokratie

Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements in Weimar und Umgebung gegen Einflüsse rechtsextremer, neonazistischer, rassistischer, antisemitischer, völkisch-nationalistischer, revisionistischer und populistischer Ideologien der Ungleichwertigkeit von Menschen.
Nach den unerträglichen rechtsextremen Übergriffen und Aufmärschen in den 1990er Jahren gründete sich im Jahr 2000 das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar als Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern aus unterschiedlichsten sozialen und politischen Zusammenhängen. Kleinster gemeinsamer Nenner war und ist das Eintreten gegen alle Erscheinungsformen des Rechtsextremismus.

BgR-Projekte:

* BgR bei Radio Lotte – ›beherzt und nicht neutral‹: Immer jeden ersten Samstag im Monat, 20.00–21.00 Uhr.
* Welchen Freiraum gibt Schule der Demokratiebildung? Mythos des ›Neutralitätsgebotes‹.
* Verstärkte Vernetzung mit dem Netzwerk Buntes Weimarer Land: Unterstützung im ländlichen Raum.
* Verstärkte Gewinnung und Betreuung Ehrenamtlicher im BgR.
* Diskussionsveranstaltung, Ausstellungen und
* Vorträge

Das BgR ist ein offenes Bündnis für alle Menschen, die unsere Ziele uneingeschränkt teilen. Wir freuen uns über alle, die sich engagieren wollen.
Möglichkeiten zur Mitwirkung gibt es zum Beispiel bei den Arbeitsgruppen:

* Kreative Demonstrationsformen
* Vernetzung
* Kampagne AfD-Verbot?!
* Präventive Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Multiplikator*innen
* Antirassismus-Arbeit
* BgR-Stammtische
* Vorbereitungsgruppe: Lesung zum Gedenken an die Bücherverbrennung
* Vorbereitungsgruppe: Radtour ›Wider das Vergessen‹
* Vorbereitung „Gold statt Braun“
* Postkartenaktion

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus informiert euch gern über das Engagement gegen Rassismus, Nationalismus, Sexismus, Klassismus und sonstige Formen von Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit.

Kontakt

BgR Weimar c/o Verein zur Förderung von Demokratie und Toleranz e.V. Ferdinand-Freiligrath-Straße 9 99423 Weimar

info@bgr-weimar.de bgr-weimar.de

Aktuelle Dokumente

Außenminister Heiko Maas (Deutschland), Jean-Yves Le Drian (Frankreich) und Zbigniew Rau (Polen) anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Gründung des Weimarer Dreiecks, 2021 © Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V.
Naftali Fürst, 2022 © Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V.

Weiterführende Informationen

Das Buch zum Projekt: ANDENKLICH – Eine Forschungsreise zum Projekt 1000 Buchen. Erhältlich über die Website des Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V.

Kontakt zum Förderverein Buchenwald

Für Fragen, Hinweise oder Ergänzungen wenden Sie sich bitte an:

Förderverein Buchenwald
Schwanseestraße 143
99427 Weimar

03643 747540
info@foerderverein-buchenwald.de

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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